Rote
Heringe
Weil flüchtige
Verbrecher einst zur Ablenkung von Spürhunden eingelegte Heringe
benutzten, hat sich im Englischen für die Bezeichnung falscher Spuren der
Begriff "Red Herring" eingebürgert. Bei der Jagd nach den
Hintermännern des 11.9. ist ebenfalls davon auszugehen, dass reichlich
Heringe verstreut wurden.
Die Strategie der roten Heringe spielte schon im
antiken Athen eine Rolle, sie diente in der öffentlichen Disputation dazu,
die Aufmerksamkeit des Publikums durch Einführung irrelevanter Argumente
von der eigentlichen Fragestellung abzulenken. Aristoteles nennt sie in seiner
Widerlegung sophistischer und rhetorischer Tricks "ignoratio elenchi" -
"Ignoranz der Gegenbeweise" - und zeigt, wie solche Herings-Argumente
eingesetzt werden, um Brüche in der logischen Argumentation zu
verschleiern.
Kant machte später darauf aufmerksam, dass eine
scheinbar vernunftgemäße, logische Schlussfolgerung stets darauf zu
überprüfen sei, ob der Argumentierende "nicht einfach eine andere
Fußtreppe" benutze, um zu seinem Schluss zu kommen. Für unsere
verschwörungstheoretischen Betrachtungen des WTC-Falls sind die roten
Heringe also in doppelter Hinsicht interessant: Zum einen, weil es gilt, sie
als solche zu identifizieren, und zum anderen, weil bei den Schlussfolgerungen
daraus darauf zu achten ist, fehlende Beweisglieder nicht durch "andere
Fußtreppen" zu ersetzen, um nur ja zu einer schlüssigen conclusio zu
kommen.
Für
Michel Chossudovsky ist beispielsweise die ganze Debatte um
die FBI-Ermittlungspannen ein "roter Hering", der nur dazu dient, die
Aufmerksamkeit von dem kritischen Punkt abzulenken, dass islamistische
Terrorkommandos wie Al-Qaida von US-Geheimdiensten unterwandert waren und sind:
| "Kein Wort wurde bisher
über die Rolle der CIA in der gesamten Zeit nach dem Kalten Krieg
verloren, in der sie Usama Bin Ladins Al-Qaida im Rahmen ihrer verdeckten
Operationen aufbaute und unterstützte. Natürlich wussten sie
Bescheid. Das Thema Vorauswissen ist ein roter Hering. Die "islamischen
Brigaden" sind eine Schöpfung der CIA, im CIA-Standard-Jargon wird
Al-Qaida als "intelligence asset" bezeichnet. Unterstützung solcher
Terrororganisationen sind ein integraler Teil der US-Außenpolitik. Bis
heute setzt Al-Qaida seine Beteiligung an verdeckten CIA-Operationen in
verschiedenen Teilen der Welt fort, die CIA-Usama-Verbindungden gehören
nicht zu einer vergangene Ära wie die Mainstream-Medien suggerieren.
Der US-Kongress hat im Detail dokumentiert,
welche Verbindungen von Al-Qaida zu Agenturen der US-Regierung im
Bürgerkrieg in Bosnien bestanden, ebenso wie im Kosovo. Erst
kürzlich, nur wenige Monate vor dem 11. September, verbanden sich
US-Militärberater mit Mujaheddin-Söldnern von Al-Qaida, beide Gruppen
kämpften unter Aufsicht der Kosovo Liberation Army in derselben
paramilitärischen Formation.
Die CIA führt Aufzeichnungen über
ihre verdeckten Mitarbeiter. Genau dokumentiert waren Usama Bin Ladins
Aufentaltsorte immer bekannt. Al Kaida ist infiltriert von der CIA. In anderen
Worten: es gab keine "Geheimdienstfehler". Es liegt in der Natur einer gut
geführten verdeckten Operation, dass die "verdeckten Mitarbeiter" (wissend
oder unwissentlich) mit einem gewissen Grad an Autonomie von ihren
Regierungs-Sposoren operieren, aber letztlich im Einklang mit ihnen agieren, im
Interesse von Onkel Sam." |
Dass die Debatte über die Verfolgungs- und
Ermittlungspannen des FBI tatsächlich zur Ablenkung von diesen
Hintergründen dient, lässt sich am Schicksal eines nahezu
untergegangen "Beweisstücks" sehen, dass schon längst in die
Witterung der Medienmeute hätte fallen müssen, wäre sie nicht
von ihren Jagdaufsehern zur Zwangsproduktion von Heringssalat verpflichtet. Die
Rede ist von jenem
Bericht der "Times of India", den wir hier erstmals am 26.
Oktober zitierten und in dem unter Berufung auf indische Geheimdienstquellen
und das FBI die erste wirklich heiße Spur zu den direkten
Hintermännern der Hijacker aufgedeckt wurde (
Manus Manum Lavat - Money Money Lavamat).
Im Sommer 2001 sollen von zwei pakistanischen Banken
100.000 US-Dollar auf Konten in Florida überwiesen worden sein, die
Mohammed Atta eingerichtet hatte. Auftraggeber der Zahlungen war Ahmad Umar
Sheikh, britischer Staatsbürger und Topagent des pakistanischen
Geheimdienst-Chefs General Mahmoud. Obwohl diese beiden Figuren an höchst
prominenter Stelle in diesen Fall involviert waren, sind sie in der
Öffentlichkeit nahezu unbekannt. Mahmoud, der sich während der
Anschläge zufällig in Washington aufhielt, musste Mitte Oktober
"völlig überraschend" zurücktreten - und Umar Sheik ist
blitzschnell aus dem Medienfokus verschwunden, nachdem er wegen der
Entführung und Ermordung des Wallstreet-Journal-Reporters Pearl in
Pakistan verhaftet wurde.
Warum war es keine Top-News in den "war on terror"
-Nachrichten, dass man mit Umar Sheik eine Schlüsselfigur verhaftet hat,
die höchstwahrscheinlich sowohl für die Bezahlung Attas, als auch
für die Ermordung eines US-Journalisten verantwortlich war? Warum war das
nicht nur keine Top-News, sondern quasi überhaupt keine Nachricht?
Könnte das damit zu tun haben, dass sich der Wallstreet-Journal-Reporter
jenseits seiner offiziellen Agenda ein bisschen zu sehr für die
Zusammenhänge von CIA, ISI, Heroin, Taliban und Terror interessiert hat?
Also genau für jene Operatoren und Netzwerke, von denen die
WTC-Attentäter gesteuert wurden und die unter allen Umständen - und
durch medialen Großeinsatz des Propaganda-Herings "Usama" - verdeckt
bleiben sollen?
Was macht einen pakistanischen Agenten und
Terroristen-Führer wie Umar Sheik und einen abservierten Gestapo-Chef wie
General Mahmoud so sakrosankt, dass kaum eine Zeile über ihre
Machenschaften erscheint? Könnte das - nur vorsichtig gefragt, ohne gleich
eine "andere Treppe" in die Argumentation ein ziehen - vielleicht damit zu tun
haben, dass diese Drahtzieher des Terrors nicht durchleuchtet werden, weil dann
die lange Leine sichtbar würde, an der sie geführt werden und die
nach Langley (Virgina) ins CIA-Hauptquartier reicht? Wenn es sich bei den
Berichten über die Zahlungen an Atta, die auch von afp und ABC-News
verbreitet wurden, selbst um rote Heringe, also falsche Spuren, handeln sollte,
warum wurden sie dann nicht dementiert ? Versuchten Bush und Cheney jede
tiefergehende Untersuchung zu
verhindern, weil es hier nichts zu dementieren gab, sondern
ein Stück "Wahrheit" ans Licht zu kommen drohte?
Von der Suche nach "smoking gun"-Beweisen für
die Taten war zwar in der Vergangenheit viel die Rede, hier aber raucht eine
Knarre seit Monaten vor sich hin. ohne dass es jemanden interessiert.
Ähnlich ist die Lage auf dem Feld der Luftabwehr und ihrer Abwesenheit in
den entscheidenden 45 Minuten am Morgen des 11. Septembers. Außer der
Klärung der unglaublichen
Zeittafel und der Atta-Sheik-Mahmoud-ISI-CIA-Connection
sollte ein Tribunal zur Untersuchung der Anschläge alle anderen Spuren und
Diskussionen bis auf weiteres als rote Heringe betrachten.
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