| Der Irre aus Texas |
| Irak fordert USA zur Abrüstung auf |
| Der irakische Präsident Saddam Hussein hat
kräftig zurückgeschlagen. Zumindest was den verbalen Schlagabtausch
mit den USA betrifft. Er, der von den westlichen Meinungsproduzenten gerne der
»Irre von Bagdad« genannt wird, sagte gegenüber der irakischen
Nachrichtenagentur INA: Wer Pläne mache, die die Welt mit
Massenvernichtungswaffen bedrohten, sei geistesgestört und gehöre
unter medizinische Aufsicht. Saddam meinte »die risikofreudigen
Herrscher« der USA. deren Motive mit Rüstungsfirmen verbunden seien.
Das Pentagon macht kein Geheimnis mehr daraus, daß es die grausamste aller Massenvernichtungswaffen auch einzusetzen gedenkt. Sieben Todeskandidaten, darunter dem Irak, droht die atomare Hinrichtung. Noch nie war das von den USA entwickelte Bedrohungsszenario so augenscheinlich wie in diesem vorgeblichen Krieg gegen den Terror. Der kollektive Rambo wähnt sich dazu legitimiert, Staaten nuklear auszulöschen, die im Besitz von Massenvernichtungswaffen sind bzw. sein sollen. Denn diese stellten eine Bedrohung für die Zivilisation dar, behaupten Politiker, die den atomaren Genozid als Fortsetzung ihrer Politik der permanenten Bedrohung zur strategischen Option erhoben haben und Teile der Weltzivilisation in die Steinzeit zurückbomben wollen. Mit Blickpunkt auf den Irak wird behauptet, daß er sich auch nach der Unterziehung einer demütigenden Abrüstungsprozedur weiterhin im Besitz von chemischen und biologischen Waffen befindet. In bezug auf Syrien und Libyen wird das nicht einmal behauptet. Doch könnten diese Länder, so der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon, in ein paar Jahren durchaus in der Lage sein, Großbritannien anzugreifen, weshalb sich auch London das Recht auf den nuklearen Erstschlag herausnimmt. Zur »präventiven« Verhinderung von Massenmord ist die atomare Verseuchung der »Schurkenstaaten«, deren immer mehr werden, fest eingeplant. Die Forderung des irakischen Präsidenten an die USA, ihre Massenvernichtungswaffen zu vernichten, mag zwar angesichts des realen Kräfteverhältnisses naiv klingen. Doch diese »Naivität« entspricht einer elementaren Logik. Dagegen steht die perverse Logik, daß sich die Weltmeister in der Herstellung von Massenvernichtungswaffen auch noch als oberstes Kontrollorgan zur Abrüstung der von ihnen bedrohten Länder aufspielen. Denn erst wenn die USA ihr Waffenarsenal zur mehrfachen Vernichtung des Erdballs zerstört haben, können sie dies von anderen verlangen. Doch die Bush-Administration hat Gegenteiliges im Sinn: das absolute Gewaltmonopol, das sie mit ihrem gewaltigen militärischen Erzwingungsapparat, Atomangriffe inbegriffen, herstellen will. |