Krieg dem imperialistischen Krieg!

Bush und Blair haben es deutlich erklärt: Es wird ein langer Krieg der grössten imperialistischen Mächte gegen die Völker der ganzen Welt. Mit dem Sturz des reaktionären Taliban-Regimes in Afghanistan ist der Krieg noch lange nicht zu Ende - genausowenig wie der Golfkrieg 1991 mit der Vertreibung der irakischen Truppen aus Kuwait abgeschlossen wurde, und ebensowenig wie der kriegerische Sturz von Milosevic den Krieg am Balkan beendet hat.
Die imperialistischen Grossmächte (er)finden stets neue Vorwände, um im Kampf um die Vorherrschaft Schlüsselzonen durch direkte Militärinterventionen unter Kontrolle zu bringen. In Westasien und Zentral- asien befinden sich etwa 90% der bekannten Erdölreserven. Zunehmend zeigt sich bei jedem neuen Kriegszug der Imperialisten die verschärfte Konkurrenz vor allem zwischen dem US-amerikanisch-britischen und dem deutsch-französischen Block. Dahinter steckt vor allem die rasche wirtschaftliche Expansion des deutschen Imperialismus über den Balkan und bis Mittelasien, der mit dem Niedergang des russisch/sowjetischen Imperialismus begonnen hat. (Die Mehrheit der türkischen Staatsschulden sind inzwischen DM-Kredite, in Aserbajdschan macht sich Siemens breit und das deutsche Kapital fordert in Songait eine Sonderwirtschaftszone, in Kasachstan dominiert der deutsche Imperialismus...)
Auf rein wirtschaftlichem Gebiet fällt der USA-Imperialismus in diesen Regionen immer weiter zurück und deswegen setzt er auf direkte militärische Aggressionen, wo er den imperialistischen Konkurrenten nach wie vor haushoch überlegen ist. Während der deutsche und französische Imperialismus die west- und mittelasiatischen Republiken immer stärker mit seinem Kapital durchdringt und damit auch politische abhängig macht, marschiert der USA-Imperialismus von Saudi-Arabien bis Usbekistan mit seiner Armee auf und behindert damit die deutsch-französische Wirtschaftsexpansion. Auf der militärischen Ebene verfolgt der deutsche Imperialismus eine Doppeltaktik aus Friedensbeschwörung und immer massiverer militärischer Beteiligung an den laufenden Kriegszügen. Auf diesem Weg hat Deutschland das NATO-Kommando in Mazedonien übernommen und sichert so seine ökonomische Vorherrschaft am Balkan ab. Erst kürzlich wurde in NATO-Kreisen die Möglichkeit eines Einsatzes deutscher Truppen in Somalia erörtert. Immer stärker drängt der deutsche Imperialismus auf "eigene" Einflusszonen und vertritt seine Interessen aggressiver gegenüber seinen Konkurrenten. Auch wenn derzeit eine offene militärische Konfrontation mit dem USA-Imperialismus unwahrscheinlich ist, treibt die ganze Entwicklung der zwischenimperialistischen Konkurrenz auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet genau darauf zu. Aufgrund seiner militärischen Stärke ist Russland ein wichtiger Partner, weshalb Deutschland an einem Bündnis interessiert ist, während die USA das Land neutralisieren wollen.
Österreich als kleine imperialistische Macht hat nur beschränkte Möglichkeiten, selbst mit militärischen Mitteln am Kampf um die Neuaufteilung der Welt teilzunehmen. Aber dennoch ist der österreichische Imperialismus in vielen Gebieten der Erde mit kleinen Militäreinheiten präsent, wenns um die direkte Einflussnahme geht (unter UNO-Fahnen, am Balkan auch unter NATO-Fahnen). Immer offener tritt Österreich an der Seite des deutschen Imperialismus auf. Immer weniger setzt die österreichische Bourgeoisie auf den erprobten Weg der in den 1970er Jahren entwickelten "imperialistischen Neutralität", wo ein klares Bekenntnis zu den Kriegszielen der NATO mit einer heuchlerisch verkündeten Neutralität auf militärischem Gebiet verbunden wurde (wann war Österreich gegen- über den Volksbefreiungskriegen von Indochina über Afrika bis Lateinamerika neutral?!). Am laufenden Krieg in Mittelasien ist Österreich sowohl durch Überflugsgenehmigungen als auch durch diplomatische Unterstützung an der imperialistischen Aggression beteiligt. Von einer wirklichen Neutralität kann angesichts der Beteiligung an der NATO-Partnerschaft für den Krieg und der Mitgliedschaft im aggressiven EU-Block gegen die Völker der Neokolonien ohnehin keine Rede sein.
Gleichzeitig wird in Österreich der Abbau demokratischer und sozialer Errungenschaften der Arbeiter/innenklasse von der Regierung hemmungslos vorangetrieben. Nur unzureichend erkennen die Arbeiter/innen- und Volksmassen den vollen Umfang der Faschisierung. Welcher Moslem hätte z.B. bei der letzten Volkszählung schon da ran gedacht, dass ein korrektes Ausfüllen der Rubrik "Religion" seit dem 11. September bedeutet, in den Terroristen-Raster zu geraten?? Krieg bedeutet immer auch verschärfte Reaktion nach innen. Krieg bedeutet für die Arbeiter/innenklasse immer auch notwendige Anstrengungen zum Widerstand gegen die "eigene" herrschende Klasse, für die Niederlage der "eigenen" Bourgeoisie im Krieg.

+ Stoppt den imperialistischen Krieg gegen die Völker Afghanistans!
+ Stoppt die US-amerikanische Kriegstreiberei!
+ Imperialistische Truppen raus aus Zentralasien!
+ Solidarität mit den unterdrückten Völkern in ihrem Kampf gegen imperialistische Aggressionen!
+ Solidarität mit den demokratischen und revolutionären Kräften in Mittelasien!
+ Keine Solidarität mit dem Regime der Taliban, Nordallianz und anderen Reaktionären!
+ Kampf dem österreichischen Imperialismus - Raus aus NATO-Partnerschaft, WEAG und EU, keine Überflugsgenehmigungen!
+ Demokratisches Asylrecht für alle von Imperialismus und Reaktion Verfolgten, insbesondere für Flüchtende aus Afghanistan und den Nachbarländern!
+ Weg mit der Einschränkung demokratischer Rechte, gegen Militarisierung und Faschisierung!


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