Braunschweiger Zeitung 17.7.95

Horrormeldung bringt Geld


Betr.: Artikel über Prof. Gerlichs These Leserbrief der Professoren Engelhard, Glaßmeier, Kertz, Weidelt der Treibhauseffekt sei ein Betrug mit Worten


Die vier Professoren stellen die Theorie auf, daß dem Erdboden nur ein Drittel der absorbierten Strahlung wieder verlorengeht Auch physikalisch weniger gebildeten Bürgern stellt sich die Frage, warum sich der Erdboden mit den nicht verlorenen zwei Drittel der Strahlung nicht ständig weiter aufheizt.
Tatsache ist, daß die Vorgänge wesentlich kompIizierter sind, als sie von den Leuten, die an die Klimakatastrophe glauben, dargestellt werden, und daß bis heute die Klimamodelle keine eindeutige Aussage zulassen. Man kann sich aber relativ leicht überlegen, daß die Zustände auf der Erde vor mehr als 300 Millionen Jahren, als das C02 noch nicht als Kohle, Öl oder Erdgas gespeichert war, nicht katastrophal waren, sondern eher paradiesisch.
Warum kommt es nun zu diesen Veröffentlichungen über die Klimakatastrophe? Vermutlich aus demselben Grund wie es vor ca. 20 Jahren zur Warnungen vor der nächsten Eiszeit kam, und mit der drohenden Klimakatastrophe kann man sicherlich auch wesentlich mehr Forschungsmittel bekommen als ohne. Ein weiterer Nutznießer, der sich allerdings vornehm zurückhält, ist die Kerntechnik, die natürlich zu Recht behaupten kann, daß die Kernkraftwerke kein C02 emittieren.
Mich erinnert der Glaube an die Klimakatastrophe an den mehrfach wider-legten Glauben an den nächsten Weltuntergang und dasVerhalten vieler Forscher, nur Kollegen ernst zu nehmen, die auch an die Klimakatastrophe glauben, an dasVerhalten der Kirche gegenüber Galileo Galilei.
Warum beginnen die Anhänger der Klimakatastrophe ihren Temperaturanstieg immer erst ab 1860 und nicht schon viel früher? Der Grund ist nicht der, daß keine Temperaturmessungen zur Verfügung stünden, sondern daß sich leicht belegen läßt, daß 1860 ein relativ kaltes Klima in Mitteleuropa herrschte. Im Mittelalter und auch davor wares öfter schon wärmer als heute.

Prof. Dr. R. Leithner, Braunschweig



Wie bei den Schildbürgern


In dem Artikel ,,Betrug mit Treibhauseffekt" hat der Autor versucht darzulegen, wieso ich sicher bin, daß ein CO2 Treibhauseffekt der Erdatmosphäre mit dem physikalischen Glashaus- und Treibhauseffekt nichts zu tun haben kann und deshalb in der öffentlichen Umweltdiskussion, gelinde ausgedrückt, ein Betrug mit Worten stattfindet.
In einem Leserbrief unterstellen mir nun vier gelehrte Autoren, ich wüßte nicht, was der Treibhauseffekt sei, und stellen dagegen als Glas- bzw. Treibhauseffekt etwas dar, was gar nicht der Treibhauseffekt ist, womit sie ungewollt meine 0. g. These bestätigt haben. Nach ihrer Meinung müsse man die von ihnen beschriebenen Vorgänge auf der Erde als Treibhauseffekt akzeptieren, da gewisse Meteorologen ihn so benannt hätten. Was normale Menschen darunter verstehen, ist ihnen egal. Jeder Autofahrer kennt den Glashaus bzw. Treibhauseffekt: Die Luft des in der Sonne stehenden Autos ist erheblich wärmer und besonders beim Treibhaus häufig auch feuchter als die Luft der Umgebung.
Dieser Effekt hat nichts mit Absorptionsbanden im Infraroten zu tun, wie es die gelehrten Autoren des Leserbriefes dem Laien einreden wollen. Dabei versteigen sie sich zu der folgenden Behauptung: ,,Somit wird die Wärmestrahlung nicht in den Weltraum hinausgestrahlt, sondern sie bleibt in der Atmosphäre, von wo sie zum großen Teil zur Erdoberfläche zurückgestrahlt wird."
Beim Lesen dieser Behauptung fielen mir sofort die Schildbürger ein, die das Licht in Eimern in das Rathaus tragen wollten. Elektromagnetische Wellen mit Gasen einsperren und speichern! Kleine Bruchteile von Gasen als schwarze Hohlraumstrahler! Natürlich wird Wärme in der Erdatmosphäre gespeichert, aber nicht in der Form von Wärmestrahlung, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet.
Selbst Meteorologen ist bekannt, daß der Treibhauseffekt (The ,,greenhouse" effect, J. Appl. Meteor. 1973, 12, 556-557; 1974, 13, 603-606) durch die unterdrückte Konvektion erklärt werden muß, wie ich es darstellen konnte. Ich habe bei der Firma Ernst Leitz in Wetzlar als Werkstudent im Glaslabor das am weitesten durchlässige Infrarotglas gefunden. Bei der Interpretation der dabei notwendigen Absorptionsmessungen lernte ich, daß man immer zuerst die Fresnelreflexion zweimal (für beide Spiegelflächen des Glasplättchens) abziehen muß, bevor man die Absorption erhält.
Somit wird vom Glas mindestens acht Prozent der Sonnenenergie reflektiert, gelangt also nicht auf den Boden des Treibhauses, aber auf den der Umgebung. Da dies wesentlich mehr ist als die vom Boden zurückgestrahlte Wärme, wäre also die Lufttemperatur mit dem von den gelehrten Autoren des Leserbriefes beschriebenen Effekt im Treibhaus niedriger als in der Umgebung.
Selbst wenn man die für das Klima wichtigen Phasenumwandlungen des Wassers wegläßt, um den Energietransport in der Erdatmosphäre beschreiben zu können, müßte man die gekoppelten partiellen Differentialgleichungen für den Transport der Masse, des Impulses und der Energie behandeln. Dieses System läßt sich mit den größten Computern der Welt selbst bei den einfachsten physikalischen Situationen nicht lösen, geschweige für die Situation der Erdatmosphäre.

Prof. Dr. G. Gerlich, Braunschweig





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