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INSTITUT FÜR MATHEMATISCHE PHYSIK DER TECHNISCHEN UNIVERSITÄT CAROLO-WILHELMINA - Prof. Dr. G. Gerlich - |
Mendelssohnstraße 3 38106 Braunschweig Tel. 0531-391-5201/02 Fax 0531-391-8183 9. Oktober 1997 |
An anderen Stellen (Die physikalischen Grundlagen der Treibhauseffekte und fiktiver Treibhauseffekte, Treibhausgase zeigen keinen Treibhauseffekt usw.) bin ich ausführlicher auf die vielen verkehrt verwendeten physikalischen Modellvorstellungen eingegangen, die von den Treibhaushysterikern zur Erklärung herangezogen werden und darin gipfeln, daß sogar von Physikern für die Erklärung ein Perpetuum Mobile zweiter Art beschrieben wird.
Selbst bei Kritikern der Klimakatastrophenhypothesen gibt es ein für Laien scheinbar sehr überzeugendes Argument für die atmosphärische Treibhaushypothese:
Wenn Gase die Infrarotstrahlung absorbieren, muß das Gas doch wärmer werden. Auch wenn der Effekt vielleicht sehr klein ist und von den Katastrophenhysterikern maßlos übertrieben sein sollte, so sollte er im Prinzip doch vorhanden sein.
Die Absorption und Emission von Strahlung sind im thermodynamischen Gleichgewicht über das Kirchoffsche Gesetz gekoppelt und diese Kopplung wird für die Behandlung des Strahlungstransportes in Sternatmosphären verwendet. Inzwischen verwendet man diese Strahlungstransportgleichungen auch mit den unterschiedlichsten Hypothesen und Modellvorstellungen für die Planetenatmosphären. Eine Hypothese wird aber grundsätzlich immer benutzt:
Lokal soll immer alle absorbierte Strahlung wieder emittiert werden, so daß lokal keine Erwärmung stattfindet!
Dies heißt die Hypothese des lokalen thermodynamischen Gleichgewichts (local thermodynamical equilibrium, LTE). Ohne größere Physikkenntnisse ist also folgendes klar: Es wird mit der Hypothese gerechnet, daß durch die Strahlungsabsorption und Emission lokal keine Temperaturerhöhung stattfindet, um damit eine Temperaturerhöhung auszurechnen! So etwas ist logisch unmöglich.
Dies ist die einfache Erklärung, weshalb gerade Experten solche Schwierigkeiten haben, den Effekt zu erklären (Perpetuum Mobile zweiter Art), den man mit Computersimulationen zu berechnen glaubt. Wenn man bedenkt, daß aber auch bei den Computersimulationen inzwischen die Prognosen für die antropogenen Erhöhungen der Mittelwertstemperaturen um den Faktor zehn reduziert wurden, wird es vermutlich nicht mehr lange dauern, bis Leute auf den Gedanken kommen, die antropogene Eiszeit als nächste Klimakatastrophe anzukündigen. Ich könnte hierfür überzeugende Ideen und Vorschläge beitragen, mit denen ich bei unserem heutigen Wissenschaftszirkus sicher viele Millionen für Großrechner von den Politikern locker machen könnte. Auf diese Weise sind nämlich alle diese Effekte entstanden und lassen sich auch nicht mehr aus der Öffentlichkeit verbannen, selbst wenn sie empirisch so gut widerlegt wurden, wie es mit empirischen Daten überhaupt möglich ist (Waldsterben, Ozonloch, Notwendigkeit des für die Umwelt völlig überflüssigen Katalysators für das Auto).
Wie entstehen diese Effekte? Man stellt einen Forschungsantrag, der natürlich genügend teuer sein muß (Zitat: Wir wollen nicht mehr kleckern, sondern klotzen), in dem man die wissenschaftliche und gesellschaftliche Notwendigkeit mit einem vermuteten umweltrelevanten Effekt begründet; im Zwischenbericht erklärt man den Effekt als gesichert, indem man den eigenen Forschungsantrag zitiert; im Abschlußbericht stellt man fest, daß man modernere und teurere Geräte (z. B. Großrechner) braucht und vollständigere Meßdaten (z. B. in jedem Luftkurort oder auf Hawaii eine Meßstation mit Wissenschaftlern; Orte, in denen man gut wandern und skifahren kann, tun es auch); dann verspricht man, in zweihundert Jahren die Menschheit mit den erwarteten Forschungsergebnissen zu retten, wenn die Politiker gewisse Maßnahmen ergreifen. Da diese Maßnahmen meist nicht vollständig umgesetzt werden, hat man gleich eine Ausrede, wenn kurzfristig keine der vorausgesagten Verbesserungen eingetreten ist. In den sechziger Jahren nannte man so etwas gesellschaftlich relevante Forschung.
Bei jeder numerischen Simulation muß man sich vorher fragen, mit welchen Informationen füttere ich den Computer und welche neuen Informationen soll mir der Computer mit der Rechnung liefern. Wenn man wie bei den Klimamodellrechnungen den Computer mit genäherten Differentialgleichungen (Differenzengleichungen) und extrem ungenauen und unvollständigen Anfangswerten "füttert", können als Ergebnisse nur Werte zu einem späteren Zeitpunkt herauskommen, die aber wegen der vielen Näherungen mit der Länge der Rechenzeit immer falscher bzw. zufälliger werden. Damit dies nicht jeder Laie bemerkt, beeinflußt man von außen die Rechnung, indem man eingreift (Flußsteuerung), damit die Werte nicht in "unphysikalische Zustände" geraten. So etwas sollte man in einer ehrlichen Wissenschaft bestenfalls ein Reproduzieren von Hypothesen und nicht wissenschaftliche Ergebnisse nennen. Auf diese Weise kann man aber sehr schön vor den Politikern die unsinnigen Investitionen in Klimarechenzentren und Umweltinstitute rechtfertigen.
Zum Schluß möchte ich noch kurz auf ein Experiment eingehen, das vor Jahren im Fernsehen gezeigt worden ist. In einem abgeschlossenen Glaskasten befindet sich eine Lampe, umgeben von Luft bzw. von Kohlendioxid. Wenn man sonst alles gleich macht, strahlt die Lampe im Kohlendioxid heller, ist also heißer. Dieser Effekt wird sehr leicht dadurch erklärt, daß die Wärmeleitfähigkeit von Kohlendioxid kleiner ist als die von Luft. Wenn man aber weniger als ein Prozent Kohlendioxid der Luft beimengt, hat man keine beobachtbare Veränderung der Wärmeleitfähigkeit und keinen beobachtbaren Effekt mehr. Entsprechend vorsichtig sollte man deshalb auch mit seinen einfachen "Erklärungen" der Temperaturen der Venusatmosphäre sein.
Da ich schrieb (loc. cit), daß man in guten Physikbüchern den Treibhauseffekt nicht finden könne, erhielt ich Zuschriften, in denen mir ein Buch eines renommierten wissenschaftlichen Verlages genannt wurde, das mir aber schon vor dem Schreiben des Textes bekannt war und mir vom Verlag gratis zugesandt worden ist. Wie heißt es so schön: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht in's Maul. Trotzdem kann ich jedem versichern, daß ich kein schlechteres, entsetzlicheres Physikbuch kenne, als dieses; aber selbst in diesem Buch wird der atmosphärische Treibhauseffekt nur mit seinen angeblich entsetzlichen Folgen für die Menschheit aufgeführt, aber nicht behandelt oder erklärt. Es bleibt also dabei: In guten Physikbüchern gibt es den Effekt immer noch nicht, also ist es kein physikalischer Effekt, sondern er existiert nur bei Politikern und Proposalschreibern, die die moderne Umwelthysterie als goldenes Kalb anbeten, um von den eigentlichen, lösbaren Problemen der Menschen abzulenken und um staatlichen Fördermittel in Bereiche fließen zu lassen, die man früher nie mit dem Adjektiv wissenschaftlich eingestuft hätte.
Ohne Volkswirtschaft studiert zu haben, kann jeder Laie erkennen, daß ein Verteuern der Primärenergienutzung für jede moderne Volkswirtschaft Schaden anrichtet. Man braucht für den Wirtschaftsaufschwung in den USA, verglichen mit dem anderer Industrienationen, gar nicht so intensiv nach anderen politischen Ursachen zu suchen.