Westfalen-Blatt + Westfählisches Volksblatt 15./16.7.1995

 

Der Braunschweiger Physiker Prof. Dr. Gerhard Gerlich gibt Entwarnung

 

»Der C02-Treibhauseffekt ist nur eine irrige Behauptung«

von Martin Zimmerhof

 

Braunschweig. "Den für die angebliche Tempeturerhöhung der Erdatmosphäre verantwortlichen Treibhauseffekt gibt es überhaupt nicht. Es ist ein Betrug mit Worten, vorbei an den Gesetzen der Physik." Dies behauptet der Braunschweiger Physik-Professor Gerhard Gerlich. Daß er mit dieser

Ansicht auf einsamem Feld steht und sich im Lager von Klimaforschern und Ökologen Feinde macht, ist ihm bewußt. "Es ist wie bei der Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern, denn", so Gerlich gegenüber dieser Zeitung, "keiner traut sich zu sagen: 'Der hat ja gar nichts an'«.

 

 

Seit den 8Oer Jahren gehört der Begriff Treibhauseffekt zum festen Repertoire bei Diskussionen über Umweltschutz und die befürchtete globale Klimaveränderung. Vor allem das bei Verbrennung fossiler Energien wie Holz, Kohle oder Erdöl entstehende Kohlendioxid (CO2) wird beschuldigt, in die erdnahen Luftschichten (Throposphäre) aufzusteigen und sich dort wie das Glasdach eines Treibhauses zu verhalten: Es läßt zwar das Sonnenlicht zur Erde hindurch, hält aber die wärmende Infrarot-Strahlung fest, die ansonsten von der Erde ins Weltall abgegeben wird.

Die Folgen sind bei diesem Modell klar: Je mehr CO2 die Energie verbrauchende und autofahrende Menschheit produziert, um so dichter wird der Schild. Folglich hält die Glocke aus Spurengasen die Wärmestrahlung der Erde davon ab ins All zu strahlen. Die Lufthülle der Erde erwärmt sich deshalb stetig, das Eis an den Polkappen schmilzt, das Wasser dehnt sich aus, der Meeresspiegel steigt und überflutet tiefer gelegene Küstenzonen, während sich andernorts Wüsten bilden.

Doch genau diese Horrorvisionen, die jedem Laien schon in Fleisch und Blut übergegangen sein dürften, werden nach der wissenschaftlichen Überzeugung des Physikers Gerlich nicht eintreffen - zumindest nicht als Folge des CO2-Ausstoßes und des viel beschworenen Treibhauseffekts.

Gerhard Gerlich, geschäftsführender Leiter des Instituts für Mathematische Physik an der Technischeschen Universität Braunschweig und Verfasser zweier Bücher über Prinzipien der Tensorrechnung und mathematische und statistische Grundlagen der Quantentheorie leitet seine überraschende Behauptung von Fakten und Gesetzen seiner Disziplin ab - darunter die Plancksche Strahlungsformel, das Wiensche Verschiebungsgesetz und die Fresnelsche Formel. Wissenschaftlich zwingend folgert er: "Mit Gas kann man keinen Wärmeschild aufbauen".

Jeder Autofahrer kennt den Effekt

Ihn erinnert der in der Umwelt-und Klima-Diskussion von vielen Meteorologen, Klimaforschern und Astrophysikern - "die es eigentlich besser wissen sollten" (Gerlich) -vertretene Vorstellung des Treibhauseffekts an die Bürger von Schilda, die das Licht mit Eimern in ihr fensterloses Rathaus tragen wollen. Gerlich mißfällt vor allem die beabsichtigte psychologische Wirkung des Wortes Treibhaus; jeder Laie denke sofort an unangenehm schwüle Luft - und wird bereitwillig allem zustimmen, was politisch und/oder wissenschaftlich dagegen unternommen wird.

Jeder Autofahrer, so der Physiker, kenne den Glashaus- beziehungsweise Treibhauseffekt, der sich gerade jetzt im Sommer besonders bemerkbar mache. Die Luft in dem von der Sonne beschienenen geschlossenen Auto ist erheblich wärmer als die Außenluft. Doch die Luft im Innern des Autos werde nicht durch die Wälmestrahlung sondern durch die Wärmeleitung und Konvektion der Armaturen, Verkleidungen und Polster aufgeheizt. Die Physik unterscheidet hier zwischen einem Energietransport (Erwärmung) durch Strahlung und den durch Konvektion. Ein Ofen wärmt nicht durch Strahlung, sondern durch Erwärmung der Luft. Anders dagegen, nämlich durch direkte Strahlung, wärmt beispiels-weise das offene Feuer eines Kamins. Wer in einem kalten Raum davor sitzt, merkt, daß seine unbestrahlte Rückseite kalt bleibt.

Geruch: "Natürlich wird Wärme in der Erdatmosphäre gespeichert, aber nicht in Form von Wärmestrahlung, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet!" Kleinste Bruchteile von Gasen könnten in der Atmosphäre - und CO2sei dort nicht einmal mit 0,05 Prozent vertreten - keinen Reflektor für Wärmestrahlung bilden.

Verletzung von Grundregeln der Physik

Die Frage, ob er in der CO2-Diskussion Entwarnung geben könne, beantwortet der Braunschweiger Physiker mit einem klaren "Ja". Er wirft den an der Klimaforschung beteiligten Wissenschaftlern vor, bei ihren Modellberechnungen Grundregeln der Physik zu verletzen: "Sie müssen die Größenordnungen der konkurrierenden Effekte abschätzen, wenn sie die Folgen irgendwelcher Mechanismen vor-aussagen möchten".

Gerlich äußert ferner grundsätzliche Zweifel an der Berechenbarkeit von Klimamodellen. "Selbst wenn man die für das Klima wichtigen Phasenwandlungen des Wassers wegläßt, um den Energietransport in der Erdatmosphäre beschreiben zu können, mußte man die gekoppelten partiellen Differentialgleichungen für den Transport der Masse, des Impulses und der Energie behandeln." Dieses System ließe sich Sogar mit den größten Computern der Welt selbst bei einfachsten physikahschen Situationen nicht lösen, "geschweige denn für die Situation der Erdatmosphäre".






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