Handelsblatt Nr.210 1996 S. 18
"Treibhausgase" zeigen keinen Treibhauseffekt
Prof. Dr. Gerhard Gerlich, Institut für Mathematische Physik, TU Braunschweig
,,Am Grundprinzip kann es keinen Zweifel geben", Handelsbiatt Nr. 141 vom 24.7.96
Prof. Dr. Gerd Tetzlaff, Universität Leipzig, Vorsitzender der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft, ,,widerlegt in seinem Artikel im Teil ,,Forschung und Technik fiktive Thesen zum atmosphärischen Treibhauseffekt, die Dr. Wolfgang Thüne im Handelsblatt am 22.11.1995 und an anderer Stelle aufgestellt haben soll. Schon früher war vom Handelsblatt eine ,,Expertenmeinung" (von Prof. Graßl) am 3.1.1996 zu dem Artikel von Dr. Thüne abgedruckt worden.
Hatte Herr Graßl wenigstens noch beschrieben, was er unter dem Treibhauseffekt von Planetenatmosphären versteht, nämlich die Differenz zweier berechneter Temperaturen für Planeten, bzw. Planetenatmosphären die man nicht berechnet hatte und für die behaupteten Situationen auch prinzipiell nicht berechnen kann. Herr Tetzlaff' gibt lieber gar nicht erst an, was er unter dem atmosphärischen Treibhauseffekt versteht, sondern ,,widerlegt selbst aufgestellte Behauptungen, die er Dr. Thüne (und anderen Kritikern der Treibhauseffekthascherei) unterstellt und die aber gerade die Treibhauseffekthysteriker selbst aufgestellt haben, wie z.B. die -Gegenstrahlung" gegen einen Temperaturgradienten als Erwärmungsmechanismus!
Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen, möchte ich betonen: Eine Erde ohne Atmosphäre hätte eine andere Temperaturverteilung als mit der Atmosphäre. Auch irgendwelche Mittelwerte wären verschieden. Dies hat mit den behaupteten atmosphärischen Treibhauseffekten nichts zu tun. Es geht bei den atmosphärischen ,,Treibhauseffekten" um eine Atmosphäre mit mehr oder weniger Kohlendioxid. in diesem Zusammenhang kann ich einen neuen, viel effektiveren ,,Treibhauseffekt" für bodennahe Lufttemperaturen anbieten: Eine Erde mit und ohne dieser riesigen Wassermengen.
Was sind die wesentlichen Fehler in der Darstellung von Tetzlaff und vielen anderen, die sich die fiktiven atmosphärischen Treibhauseffekte" haben einreden lassen
- Hypothesen der eindimensionalen Strahlungstransportrechnungen werden als Ergebnisse dargestellt.
- Es wird für fiktive Temperaturschätzungen eine fiktive, vertikale, eindimensionale "Strahlungsbilanz" diskutiert. Aber gerade Meteorologen sollten wissen, daß die (mittleren) bodennahen Temperaturen sowohl über den Kontinenten als auch über den Meeren vor allem durch horizontale Energietransporte bestimmt werden.
- Es werden Wärme mit Energie und die Absorption von elektromagnetischer Strahlung mit der Wärmeleitung (Wärmetransport) verwechselt. Wärme ist eine Energieform von vielen.
Hierfür die wichtigste physikalisch falsche Tetzlaff-Aussage: ,,Zusätzlicher Wasserdampf und zusätzliches Kohlendioxid verringern die Durchlässigkeit der Schicht, bzw. erhöhen den Widerstand gegen den Energietransfer nach oben."
Dieser Behauptung kann man ein sehr einfaches Gedankenexperiment gegenüberstellen, was für viele Hausfrauen manchmal schreckliche Realität ist. Wir simulieren die Einstrahlung der Sonne mit der elektrischen Heizung einer Herdplatte. Wenn man keinen Topf auf die Herdplatte stellt, wird sie nach einiger Zeit so heiß, daß sie rot glüht. Wenn man einen Topf mit Wasser darauf gestellt hat, wird sie nicht rot glühend, solange Wasser im Topf ist. Im ersten Fall hat man den wenig effektiven Wärmeübergang Platte/Luft: Zwar wird laufend die heiße Luft nach oben abgeführt und die kühlere Luft kommt von der Seite heran, aber das reicht nicht, das Glühen der Herdplatte zu verhindern. Klar ist, daß ohne die Luft (Vakuum) die Platte heißer wäre als mit Luft. Wesentlich besser als von der Luft wird die elektromagnetische Strahlung von einer Metallplatte, dem Boden des Wassertopfes, reflektiert, absorbiert und emittiert (dies wird oft irreführend, neulateinisch ,,reemittiert" und ,,Gegenstrahlung" genannt. Meist glüht der Boden des leeren Wassertopfes nicht ganz so ,,schön" wie die Herdplatte, aber er ist nicht wesentlich davon entfernt. Ist aber Wasser im Topf, glüht die Herdplatte nicht, obwohl nun auch noch das Wasser die ,,Wärmestrahlung" absorbiert. Das Mehr an absorbierter elektromagnetischer Strahlung führt also zu einer deutlich niedrigeren Temperatur der Herdplatte! Die Erklärung ist einfach, weil die Wärmeübergänge nicht nur durch die Temperaturen der Herdplatte und irgendwelche Strahlungsbilanzen bestimmt sind.
Ich möchte dieses Beispiel etwas ausführlicher behandeln. Wir wollen zeigen, daß in vielen Fällen, tatsächlich bei höherer elektromagnetischer Absorption sich eine kleinere Temperatur des strahlenden Bodens einstellt.
Wir betrachten dazu zwei Körper höherer und tieferer Temperatur in einem gewissen räumlichen Abstand. Den ersten Körper halten wir auf der höheren Temperatur, indem wir ihn mit einer konstanten elektrischen Leistung heizen (man denke an die Herdplatte, Erdboden durch die Sonnenstrahlung), den kälteren halten wir z.B. mit Eiswasser auf einer festen tieferen Temperatur Wenn wir nun mit allen möglichen experimentellen Tricks alle anderen Wärmeübergänge nach außen vermeiden, stellt sich eine unterschiedliche Temperatur beim beheizten Körper ein, je nachdem, wie groß die Wärmeleitfähigkeit des Materials zwischen den beiden Körpern ist: Ist die Wärmeleitfähigkeit dieses Materials größer, ist die Temperatur des beheizten Körpers niedriger. ist die Wärmeleitfähigkeit kleiner, ist die Temperatur des beheizten Körpers größer.
Jetzt muß man sich nur noch überlegen, wie die Strahlungsabsorption aussieht. Wenn zwischen den beiden Körpern noch nicht einmal ein Gas ist, gibt es überhaupt keine Strahlungsabsorption, aber die Wärmeleitfähigkeit ist extrem niedrig, der beheizte Körper wird besonders heiß!
Setzen wir ein Metall zwischen die beiden Körper, ist die Strahlungsabsorption besonders groß, aber auch die Wärmeleitfähigkeit besonders groß (gut) und damit die Temperatur des beheizten Körpers besonders niedrig. Dies ist also genau das Gegenteil des von den Umweltklimatologen behaupteten atmosphärischen Treibhauseffektes: größere Absorption der Schicht über den wärmeren beheizten Körper und trotzdem eine niedrigere Temperatur des beheizten Körpers! Jetzt könnte man darauf kommen, daß die Erhöhung des C02-Anteils wegen der Erhöhung der Wärmeleitfähigkeit, die natürlich niemand messen kann, zu einer Abkühlung führen sollte! Aber diesen Unsinn, daß der Schwanz mit dem Hund wackelt, überlasse ich lieber ,,Umweltwissenschaftlern". Die umweltklimatologische Treibhauseffektdiskussion hat nichts mit Wissenschaft zu tun. Man findet den Treibhauseffekt deshalb auch nicht in einem Lehrbuch der theoretischen Physik. Er ist ein schönes Beispiel für das Märchen von Kaisers neuen Kleidern.
Nachdem das deutsche Klimarechenzentrum den antropogenen Treibhauseffekt zu 95% nachgewiesen hat, müßte es eigentlich geschlossen werden, damit die Hamburger Umwelt weniger belastet wird.
Denn welche neuen Erkenntnisse können noch herauskommen? Daß die 95% durch 98% ersetzt werden? Daß es den CO2-Treibhauseffekt nicht gibt. da sich die Temperaturerhöhungen in den Simulationsrechnungen beim Verdoppeln des C02-Anteils inzwischen der Null nähern?
Gerade vor wenigen Tagen habe ich gelesen, daß die Wettermodelle 90 %ig richtige Kurzzeit-Prognosen liefern sollen. Da fiel mir ein, daß für Privatleute die meisten Wettervorhersagen im Unterschied zu den Wettervorhersagen in Kriegen unbrauchbar bzw. weniger wichtig sind als die Lottozahlen, und sogar eine 100 %ige richtige Wetterprognose völlig ohne Computer möglich ist: Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter; oder es bleibt wie es ist.
Prof. Dr. Gerhard Gerlich, Institut für Mathematische Physik
TU Braunschweig
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