
In der Hugo Kükelhaus-Schule im westfälischen Soest wurden Anfang November über einhundert Kinder per Dekret des Gesundheitsamtes vom Unterricht ausgeschlossen. Dies berichtet die medizinkritische Zeitschrift Bioskop in ihrer Dezember-Ausgabe. Grund für diese Zwangsmaßnahme: an der Schule ging Mumps um, und die überwiegende Anzahl der Eltern hatte die Schüler nicht impfen lassen.
Der Leiter des Medizinischen Dienstes rechtfertigte laut Bioskop sein Vorgehen mit dem seit 2001 geltenden Infektionsschutzgesetz (IfSG). Angesichts von 17 erkrankten Schülern der Soester Waldorfschule mussten alle Kinder, die nicht geimpft waren und nicht nachweislich schon einmal Mumps hatten, zu Hause bleiben. »Wir wollen eine Durchimpfung von 90 Prozent, und das ist unser Mittel«, zitiert Bioskop eine Mitarbeiterin des örtlichen Gesundheitsamtes.
Laut Elternaussagen hätten viele, besonders kleinere Kinder, mit Verunsicherung auf den Ausschluss reagiert. Auch Eltern geimpfter Kinder protestierten gegen das Vorgehen der Behörde, da durch die massive Reduzierung einzelner Klassen praktisch kein Unterricht mehr möglich war.
Ein Lehrer der Schule sagte, es fände es wichtig, dass Schüler auch erleben, dass man ein Gesetz nicht automatisch befolgt. »Ich meine, man soll zum Ungehorsam erziehen und Anpassungsverweigerungshilfe leisten«, so der Waldorflehrer.
Bezugsquelle:
BioSkop, c/o Erika Feyerabend, Bochumer Landstraße 144a, 45276 Essen.