Das Internet als US-Polizeistaat
Andy Müller-Maguhn, ICANN-Vorstand und einer der Sprecher des Chaos
Computer Clubs, warnt in der neuen Ausgabe der Wochenzeitung 'Die Zeit'
vor einer Abschaffung der Interessenvertretung der Nutzer in der ICANN.
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Eine Woche vor der nächsten ICANN-Tagung in Ghana übt Müller-Maguhn
scharfe Kritik an der Internetpolitik der US-Regierung: "Ihre Versuche, mithilfe
von ICANN das Internet einerseits in eine Shopping-Mall, andererseits in
einen Polizeistaat zu verwandeln, sind offensichtlich", sagt Müller-Maguhn
auf der Medienseite der ZEIT.
Anlass für die Kritik von Müller-Maguhn sind die Pläne des US-
Geschäftsführers von ICANN, die fünf frei gewählte Vertreter der weltweiten
Internetbenutzer im ICANN-Vorstand abzuschaffen und durch
Regierungsvertreter zu ersetzen. Davon wäre auch Müller-Maguhn betroffen,
der vor zwei Jahren in den 19-köpfigen ICANN-Vorstand gewählt wurde. "Der
Plan wurde nicht einmal mit dem Vorstand abgesprochen und trägt insofern
Züge eine Staatsstreichs."
Die Ex-ICANN-Vorsitzende Esther Dyson schlägt im Forum des At-Large-
Studienkomitees vor, dass die Nutzer sich selbst organisieren, um eine Rolle
in der zukünftigen Struktur zu spielen.
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