Chip-Implantierung bei Menschen

Science-Fiction-Szenarios mit Menschen, die anhand eines implantierten
Chips jederzeit eindeutig zu identifizieren und zu lokalisieren sind,
könnten demnächst Realität werden: Wie die EE Times berichtet, haben sich
die ersten Privatpersonen für die Implantierung eines Transponderchips
angemeldet. Der Hersteller Applied Digital Solutions hat sich sogar die
Phrase "Get Chipped" als Marke eintragen lassen.

Eine dreiköpfige Familie aus Florida will unter den ersten Empfängern des
Transponderchips sein. Ihre Beweggründe, sich "chippen" zu lassen, sind
medizinischer Natur. Der Familienvater hat mehrere behandlungsbedürftige
Krankheiten und die ganze Familie leidet unter Allergien. "Wenn mich
Sanitäter ohnmächtig auffinden, könnte ihnen der Chip schnell verraten,
wer ich bin und was ich für Medikamente nehme, damit sie mich auch richtig
behandeln", führt der Vater als Argument an.

Ein brasilianischer Politiker hat ganz andere Probleme. Er will den
ID-Chip, weil in seinem Land Politikerentführung zur Sportart geworden
sei. In Zusammenhang mit einem GPS-Modul hofft er, im Falle des Falles
rechtzeitig gefunden zu werden. Falls nicht, hilft sein Chip wenigstens
den Gerichtsmedizinern, die damit auch eine völlig unkenntliche Leiche auf
Knopfdruck identifizieren können.

Der "VeriChip" ist ein Transponder in einem etwa 12mm langen Glaszylinder
mit 2mm Durchmesser. Seine Größe erlaubt es, ihn auch in ambulanter
Behandlung einzusetzen. Transponder übertragen Daten durch elektrische
Induktion und brauchen daher keine Batterien. Die Reichweite hängt von der
Stärke des elektrischen Impulses von außen ab und kann durchaus einige
Meter betragen. Die sich daraus ergebenden Überwachungsszenarien rufen
sicherlich Datenschützer auf den Plan, aber noch sind die Implantate ja

freiwillig.


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