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Überwachung ohne Auftrag der EU Mit dem Standard ES 201 671 zur Überwachung aller digitalen Netze wurden vollendete Tatsachen geschaffen | Polizei und Dienste reichten Anforderungen erst nachher ein | Politischer Auftrag durch die EU ist ausständig, Ratsbeschluss wurde offenbar nicht verabschiedet -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- Ein Vorstandsmitglied eines österreichischen Handy-Netzbetreibers, die nicht genannt werden sollen, brachte es so auf den Punkt. Erst haben sich Ausrüster [Alcatel, Ericsson Nokia et al] mit Polizei und Telekom-Regulatoren in den ETSI-Arbeitsgruppen hingesetzt und zusammen die technische Überwachung der digitalen Netze ausgetüftelt. Herausgekommen sei ein völlig überdimensioniertes technisches Konzept namens ETSI ES 201 671, das neues Equipment für die Netzbetreiber nötig mache. "Danach kamen sie zu uns", so der Manager weiter, "beriefen sich auf kommende Vorschreibungen des Regulators und wollten uns um teures Geld die dafür entwickelten Spezialgeräte verkaufen." Tatsächlich wurde in der Arbeitsgruppe SEC LI [Lawful Interception] auf diese Weise gearbeitet. Der voluminöse Standard ES 201 671 für die Abhörschnittstelle wurde während der letzten Jahre aufwändig erstellt. Allein die Meetings kamen auf insgesamt 80 Tage, bei jeweils 30 bis 40 Teilnehmern kommt eine Summe von etwas weniger als 3000 Mannstunden heraus. Was diese Ansammlung von Technikern und Produkt Manager bei Telekom- Ausrüstern, Firmen für "Spezialequipment", Polizei und Geheimdienstverbindungsleuten hinter verschlossenen Türen auch produzierte - es fehlte das technische Anforderungspapier. Dieses Dokument wurde praktisch in letzter Minute Mitte August 2001 nachgereicht, auch bekannt istals "International User Requirements" [IUR], die technischen Anforderungen von "law enforcement und state security agencies", wie es im Dokument TS 101 331 1.1.1 einleitend heisst. ... weiter zu Internetüberwachung [Übersicht] |