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Moderne Zeiten/Medien/Imperialismus: Somalia, Cybercrime, FBI von: akin ================================================ Moderne Zeiten/Medien/Imperialismus: > Die technische Rundschau Somalia offline - Wie einem Bericht der BBC zu entnehmen ist, vermuten die US-Behoerden, dass zwei Telekommunikationsunternehmen in Somalia Ossama bin Laden unterstuetzen. Daraufhin liessen sie die internationalen Relaystationen der beiden Unternehmen - einer Telefon- und einer Internetgesellschaft - einfach kappen. Kein Problem, werden diese Anbindungen ans internationale Netz doch von westlichen Firmen betrieben, die keine Lust haben, von der US-Regierung ebenfalls auf die "Schwarze Liste" gesetzt zu werden. Daraufhin sahen sich die beiden somalischen Unternehmen ausserstande, ihren Betrieb aufrecht zu erhalten. Waehrend das Telefonieren in Somalia nach der Abschaltung der Telefongesellschaft al-Barakaat nur erheblich erschwert wurde - es gibt noch zwei weitere Telefonfirmen im Land -, wurde die Benutzung des Internets fuer Normalbuerger in diesem nicht gerade reichen Staat gaenzlich unmoeglich. Denn die Somalia Internet Company ist die einzige ihrer Art im Land. Wenn man bedenkt, dass etwa 80% der Somalischen Bevoelkerung abhaengig sind von finanziellen Zuwendungen von Verwandten im Ausland, wird klar, dass die Kommunikationsmoeglichkeit mit dem Ausland lebenswichtig ist. Nachdem das Bankensystem seit 1991 nur mehr rudimentaer vorhanden ist, bedeutete fuer viele Somalis das Internet die wichtigste Moeglichkeit des Zahlungsverkehrs. Aber auch diejeningen, die der eh schon gebeutelten Bevoelkerung helfen sollen, teilen deren Kommunikationsprobleme: Auch die UNO, internationale und lokale Hilfsorganisationen sind derzeit ohne Internetzugang. Zweierlei Mass - In Budapest wurde am Freitag die "Cybercrime-Konvention" des Europarats von den Vertretern von 30 Staaten unterzeichnet. Auch von Oesterreichs Justizminister. Die Konvention - der neben europaeischen Staaten auch USA, Japan, Suedafrika und Kanada beigetreten sind - soll international die Verfolgung von Internetdelikten moeglich machen. Unter anderem soll damit auch das "Hacken", der Angriff auf fremde Computer per Internet, grenzueberschreitend verfolgt werden koennen. Was aber wohl nur fuer private Hacker gelten soll, wie man kuerzlich der Washington Post entnehmen durfte. Denn kuerzlich wurde bekannt und vom FBI indirekt bestaetigt, dass man bei der amerikanischen Polizeibehoerde nach den als "Carnivore" bekannten Lauscheinrichtungen an einem neuen Ueberwachungstool namens "Magic Lantern" arbeitet. Die "Laterne" installiert ein Programm auf dem "Ziel-PC", die saemtliche Tastatur-Eingaben registriert und so auch den Zugang zu verschluesselten Dateien und Passwoertern ermoeglicht. Nach den FBI-Plaenen soll "Magic Lantern" wie ein Virus via E-Mail oder schlicht durch einen klassischen Einbruch auf dem auszuforschenden PC installiert werden. Das Erschreckendste daran aber ist, dass amerikanische Hersteller von Anti-Viren-Programmen schon ihre Mitarbeit zugesagt haben sollen. So hat laut Washington Post "mindestens ein Unternehmen", naemlich McAfee, schon seine Kooperation angeboten, damit deren Software nicht die FBI-Schnueffel-Software auf dem angegriffenen PC entdeckt. *Bernhard Redl* Nachlesen zum Thema: Somalia: http://news.bbc.co.uk/hi/english/world/africa/newsid_1672000/1672220.stm Cybercrime: Der Standard, 24.11.2001, http://derstandard.at/dyn/archiv/archarchiv.asp?artfn=\Archiv\20011124\109.HTM&r edire ct=true&redirect=true FBI: http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=96871 ********************************************************** 'akin - aktuelle informationen' a-1010 wien, wipplingerstrasze 23/20 vox: ++43 (0222) 535-62-00 (anrufbeantworter, unberechenbare buerozeiten) fax: ++43 (0222) 535-38-56 http://akin.mediaweb.at Bank Austria, BLZ 12000, 223-102-976/00, Zweck: akin |