Wird die Politik durch die Medien kolonisiert?
From: Rosenberger Sigrid
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Die Akademie für Internationale Politik des Renner-Instituts und die Zukunftswerkstätte laden ein zur Diskussion

Wird die Politik durch die Medien kolonisiert?

am Montag, 17. Dezember 2001, 18.30 Uhr
im Presseclub Concordia
1010 Wien, Bankgasse 8

mit:
Franz Kössler, Leiter des Europastudios - ORF
Katharina Krawagna-Pfeifer, "Der Standard", Innenpolitik-Ressortleiterin
Thomas Meyer, lehrt Politikwissenschaft and der Universität Dortmund, Autor des soeben im Suhrkamp-Verlag erschienenen Buches "Mediokratie"
Peter Vitouch, Professor der Publizistik, Universität Wien

Moderation: Erich Fröschl, Renner-Institut

Wir sind Zeugen einer kopernikanischen Wende der Politik, in der die Parteiendemokratie zur Mediendemokratie wird: Die Regeln der medialen Politikdarstellung, die Selektion spektakulärer Ereignisse, Theatralität und die Orientierung an hochinszenierten Effekten, die weite Teile des Mediensystems bestimmen, beginnen zunehmend auch die Politik zu regieren. Die Rollen vertauschen sich: Während in der Parteiendemokratie die Medien die Politik beobachten sollten, damit sich die Staatsbürger eine vernünftige Meinung von ihr bilden können, beobachten in der Mediendemokratie die politischen Akteure das Mediensystem, damit sie lernen, wie sie sich und was sie präsentieren müssen, um in den Medien häufig und attraktiv präsent zu sein.
Die Parteien, ehedem primäre Organe der politischen Willensbildung und Hauptkanäle der gesellschaftlichen Einflussnahme auf die Zentren der politischen Macht, werden zunehmend marginalisiert und geraten nicht selten in die Rolle steuerbarer Akklamationskulissen für die medialen Inszenierungsstrategien der Spitzenakteure. Das Machtdreieck von Gesellschaft, Parteien und Staat wird so durch das neue Machtdreieck Spitzenakteure - Medien - populistische Strategien ersetzt. Meyer geht in seinem Buch daher der Frage nach, ob die Mediendemokratie auf lange Sicht zur Herrschaft der Oberflächenlogik von Ereignismanagement und Darstellungseffekten führt oder doch ein anspruchsvolleres Verständnis von politischer Kommunikation entwickelt.


Buchtipp:
Thomas Meyer, Mediokratie. Die Kolonisierung der Politik durch die Medien. edition suhrkamp (es 2204), öS 145,00 / Euro 10,54

Anmeldung und Information:
Erich Fröschl / Gerlinde Churavy
Tel. (01)804 65 01-30; Fax: (01)804 08 74
E-Mail: churavy@renner-institut.at


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