31.3.2002   Zeitenschrift
Das Schweigen der Medien...

...spricht Bände über die Abhängigkeit der Presse. Von Themen, die eigentlich vor allem in den USA auf die Titelseite der Printmedien und in die Abendnachrichten gehören würden.

Massenmedien sind längst nicht mehr die Diener der Öffentlichkeit. Sie sind zu Dompteuren mutiert, welche die Meinung des primitiven Wesens namens 'Volk' zu trimmen haben. Auf daß es brav 'Männchen' mache oder laut­stark mit den Zähnen fletsche - wie es den an den Schaltstellen der Macht sitzenden 'Zirkus­direktoren' eben gerade beliebt. Das gilt beson­ders für Amerika.

Deshalb veröffentlicht eine kleine kalifor­nische Universität jedes Jahr eine Rangliste der wichtigsten Meldungen, welche die amerika­nischen Medien nicht publizierten. Diese Liste nennt sich Project censored ('Projekt Zensur') und wird mit viel Aufwand von Experten und Studenten der Sonoma State University zusam­mengestellt. Knapp tausend Berichte aus aller Welt prüft man so auf ihre Wichtigkeit und die Beachtung, die sie von den US-Medien erhielten. Die 25 offensichtlichsten Beispiele von Medien­zensur werden dann im aktuellen Jahrbuch ver­öffentlicht. Wir publizieren hier ausgewählte Beispiele des Jahrbuchs 2001, die von globaler Bedeutung sind:

Wasser-Privatisierung

Weltbank und multinationale Konzerne wollen die globale Wasserversorgung privatisieren. Der Wasserverbrauch verdoppelt sich alle zwanzig Jahre. Mehr als eine Milliarde Menschen verfügen bereits über keine ausreichende Trinkwasser­versorgung. Man schätzt, daß im Jahre 2025 nur noch die Hälfte des Trinkwasserbedarfs gedeckt sein wird. Deshalb wittern Monsanto, Vivendi, Nestle und andere Megakonzerne ein künftiges Milliardengeschäft. Sie möchten sich die Trinkwasserversorgungen unter den Nagel reißen und unser kostbarstes Lebensmittel welt­weit monopolisieren. Schützenhilfe erhalten sie von der Weltbank, deren Politik die Privatisie­rung von Wasser und die damit einhergehenden 'kostendeckenden' Wasserpreise fördert.

Vor allem Drittweltländer fürchten, daß ihre Bürger künftig Trinkwasser, das Profit bringen muß, nicht mehr werden bezahlen können. Dafür gibt es bereits Beispiele: Nachdem die Weltbank Bolivien vor wenigen Jahren zur Wasserprivati­sierung gezwungen hatte, erhielt der in San Fran­cisco ansässige Konzern Bechtel Group Inc. von der bolivianischen Regierung den Auftrag, die Wasserversorgung der Stadt Cochabamba zu übernehmen. Als Bechtel die Wasserpreise massiv erhöhte, streikte die ganze Stadt und es kam zu Tumulten in der Bevölkerung, die zum Tod eines Jugendlichen und zur Verhaftung vieler Wasser­aktivisten führten. Nach vier Monaten voller Unruhe gelang es der bolivianischen Regierung schließlich, den US-Konzern wieder aus Cocha­bamba herauszudrängen. Bechtel, ein Konzern mit beachtlichem Umweltsünden-Register, soll nun die Wasserversorgung von San Francisco verbessern. Weltstädte wie Mexiko City, Hanoi, Buenos Aires, Casablanca, Moskau und Manila haben ihre Wasserversorgung bereits an Privat­unternehmen abgegeben.

Unter den Bestimmungen der Welthandels­organisation WTO und des Freihandelsabkom­mens NAFTA verlieren die Staaten die Kontrolle über die einheimische Wasserversorgung. Maude Barlow, Vorsitzende der einflußreichen kanadi­schen Bürgerbewegung Council of Canadians fordert deshalb: „Die Regierungen aller Länder

müssen jetzt handeln und das Wasser zu einem fundamentalen Menschenrecht erklären. Sie müssen die Bestrebungen verhindern, welche ein lebenswichtiges Gut privatisieren, expor­tieren und aus Gewinnsucht verkaufen wollen."

Pentagon zensuriert CNN

Das Vorbild aller Nachrichtensender ist zu einem Propaganda-Hündchen der US-Regierung verkommen. Während des Afghanistankrieges erhielten die Reporter und Moderatoren von CNN den internen Befehl, ihre Kriegsberichter­stattung zurechtzustutzen und die Zerstörung und den Blutzoll herunterzuspielen, welche die US-Bomben unter der afghanischen Bevölkerung angerichtet hatten. Man fürchtete, eine objektive Berichterstattung könnte die breite Zustimmung für den US-Militärschlag in der amerikanischen Öffentlichkeit untergraben. Den Moderatoren wurde sogar vorgeschrieben, mit welchen Stan­dardsätzen sie den Krieg in Afghanistan zu rechtfertigen hätten.

Die CNN-Verantwortlichen haben dazugelernt: 1998 zog der Sender sich noch den Zorn der Re­gierung zu, als ein Beitrag ausgestrahlt wurde, worin man dem US-Militär unterstellt hatte, es habe 1970 in Vietnam das tödliche Nervengas Sarin eingesetzt. Der Sendetermin war denkbar ungünstig für die amerikanische Außenpolitik gewählt; damals warfen die USA nämlich dem Irak vor, eben solche Massenvernichtungswaffen zu produzieren. Massiv unter Druck gesetzt, entschuldigte sich Mehrheitsaktionär Ted Turner unterwürfig beim Pentagon und sorgte dafür, daß die beiden verantwort­lichen TV-Produzenten entlassen wurden. Die Verbindung zwischen CNN und Regierung wurde während des Kosovo-Konfliktes symbolhaft offenbar: Christiane Amanpour berichtete als Chefkorrespondentin für CNN live und regierungskonform vom Krisenherd, während ihr Ehemann James Rubin als Sprecher des US-Außenministeriums täglich die Kriegspropaganda der US-Regierung verkün­dete. Ein solches Propagandawort ist beispiels­weise der Begriff von 'menschlichen Schutz­schilden': Wann immer die Amerikaner viele Zivilisten in den Tod bomben, sind die anderen schuld. Die US-Propaganda behauptet stereotyp, man habe nur 'militärische Ziele' getroffen, die der Feind perverserweise in die Nähe von Zivi­listen verlagert habe. Das hörte man bei Saddam Hussein, später bei Milosevic und erst kürzlich bei den Taliban. In den allermeisten Fällen war das eine Lüge.

Eine Kriegslist, würden die Psyops-Spezia­listen der US-Armee dazu sagen. Ihr Handwerk ist die psychologische Kriegsführung. Fünf dieser Propagandaspezialisten des Pentagon arbeiteten vom Juni 1999 bis März 2000 in den Nachrichten­büros von CNN, um den Sender kennenzulernen und ihren Horizont zu erweitern."

Der neuste Streich des Pentagon: Mit dem Antiterrorkrieg wollte US-Kriegsminister Donald Rumsfeld am liebsten ein Büro für strategische Beeinflussung (Office of Strategie Influence) einrichten, traute sich dann der Entrüstung im Volk wegen aber doch nicht. Dieses Büro hätte die Öffentlichkeit gezielt mit Halbwahrheiten und notfalls Lügen entsprechend den Absichten des Pentagon manipulieren sollen - frei nach Win­ston Churchills Ausspruch: In Kriegszeiten ist die Wahrheit so kostbar, daß sie immer von einer Leibwache aus Lügen umgeben sein sollte."

USA und UNO für den Genozid in Ruanda mitverantwortlich

1994 fielen in Ruanda mehr als eine halbe Millionen Menschen einem Genozid zum Opfer, der hätte verhindert werden können. Zu diesem Schluß kam ein im Juli 2000 veröffentlichter Bericht. Drei Monate vor dem Genozid schickte der Oberkommandierende der in Ruanda statio­nierten UN-Friedenstruppen nämlich ein Fax an die Vereinten Nationen, worin er vor den dro­henden Massakern warnte und eindringlich um zusätzliche Soldaten bat, damit man die Situation unter Kontrolle halten könne. Auf Betreiben der USA wurde dieses Ansinnen verhindert und die ganze Welt schaute tatenlos einem Genozid zu, der weitaus schlimmer war als die Menschen­opfer im Kosovo oder in New York City.

Novel Food kann die Gesundheit gefährden

1998 führte Dr. Arpad Pusztai am Rowett For­schungsinstitut im schottischen Aberdeen die erste unabhängige Studie über genmanipulierte Nah­rungsmittel durch, die nicht von der Industrie ge­sponsert wurde. Ratten, die mit genmanipulierten Kartoffeln gefüttert wurden, wiesen Organdege­nerationen und Gehirnschäden auf. Pusztai trat mit seinen schockierenden Ergebnissen sogar im britischen Fernsehen auf. Wenig später wurde er jedoch von seinem Chef, dem Direktor des Rowett-Institutes, kurzerhand gefeuert. Seine Arbeiten wurden unter Verschluß gebracht und sechs ähn­lich gelagerte Studien abgebrochen. Später kam heraus, daß der US-Konzern Monsanto kurz vor Pusztais TV-Interview eine Spende von 224'000 US-Dollar an das Rowett-Institut gemacht hatte. (Zu den Gefahren des Novel Food lesen Sie bitte unseren Report in ZS 28, Seite 35).

Pillen gegen Depressionen

1999 wurden allein in den USA 130 Millionen Rezepte gegen Depressionen und psychische Probleme verschrieben. Sie bedeuteten einen Umsatz von 8,58 Milliarden US-Dollar. Im glei­chen Jahr zeigte eine staatlich unterstützte Studie jedoch, daß die neueren Antidepressiva nur bei der Hälfte aller Fälle überhaupt wirkten und gerade mal 18 Prozent erfolgreicher waren als sogenannte Placebos (Pillen ohne Wirkstoff).

Deshalb geben die Pharmakonzerne allein fünf Milliarden Dollar aus, damit ihre Vertreter die amerikanischen Ärzte davon überzeugen, mehr Antidepressiva zu verschreiben. Die Dossiers dieser Vertreter enthalten die Namen der Familien­angehörigen des Arztes, sein Handicap beim Golfspielen und seine Kleidervorlieben. Manch­mal erhalten Ärzte regelrecht Provisionen auf ihren Pillenumsatz.

Satte Gewinne streichen die Pharmakonzerne auch durch staatliche Programme ein, wo psy­chisch kranke Menschen zwangsmäßig Anti­depressiva verabreicht erhalten. Die dafür verant­wortlichen Gesundheitsorganisationen erhalten von der Pharmaindustrie jährlich Spenden in Millionenhöhe. Am großzügigsten erweist sich hierbei der Konzern Eli Lilly, Hersteller von Prozac. (Zu den Gefahren von Prozac, Ritalin und Co. lesen Sie bitte unseren Artikel 'Die Täter sind Opfer', ZS 25, Seite 5).

UN-Partnerschaft mit Großkonzernen

Die Vereinten Nationen möchten sich wirt­schaftsfreundlicher geben. Deshalb gehen UN-Organisationen Partnerschaften mit multinatio­nalen Unternehmen wie McDonald's, Disney, Dow und Unocal ein. Damit will man das Wohl­wollen der USA auf sich ziehen und hofft, so mehr finanzielle Unterstützung aus privaten Kreisen für die entsprechenden UN-Organisationen zu erhalten. Leider wird manchen der umworbenen Konzernen von Menschenrechtsorganisationen vorgeworfen, Arbeitsrechte mit Füßen zu treten. Diese Gruppierungen stellen besorgt die Frage, ob die UNO unter solchen Umständen überhaupt noch in der Lage sein wird, ein Gegengewicht zu diesen globalen Wirtschaftsgiganten zu bilden.

Kuba ist im biologischen Landbau führend

Dank dem US-Embargo und dem Zusammen­bruch der Sowjetunion war Kuba nicht in der Lage, chemische Düngemittel und moderne Gerätschaften zu importieren, die für eine High Tech-Landwirtschaft gebraucht werden. So wurde die Not zur Tugend. Heute ist die Insel weltweit führend im biologischen Landbau. Außerdem sind viele Kleinbauern an die Stadtgrenzen gezogen und versorgen die Stadtbevölkerung vor Ort. Die Hauptstadt Havanna besitzt über 8'000 an­erkannte Biogärten, in denen über 30'000 Men­schen arbeiten. Sie bedecken fast 30 Prozent des vorhandenen Bodens. Die Ernten haben an Qua­lität und Quantität gewonnen. Außerdem verur­sachen sie geringere Kosten. Umwelt- und Gesundheitsprobleme sind deutlich gesunken. Fak­ten, welche die Medien der Industrienationen tot­schweigen.

Die WTO ist illegal

Die Welthandelsorganisation WTO ist das wichtigste Druckmittel der multinationalen Konzerne, um sich über die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Nationalstaaten hinwegzusetzen. (Beispiel: 1995 klagte der Babynahrungskonzern Gerber Guatemala vor dem privaten WTO-Tri­bunal ein, weil die Regierung ein Gesetz erlassen hatte, das die Mütter zum Stillen mit der Brust anregen sollte. Mit diesem Gesetz, so argumen­tierte Gerber, schädige Guatemala die Absatz­möglichkeiten von industrieller Babynahrung. Die Regierung bekam Angst und änderte das Gesetz 'freiwillig' ab.)

Die WTO widerspricht der Deklaration der Menschenrechte und neutralisiert UNO-Behörden wie beispielsweise die International Labor Organization. Die WTO-Verträge wurden 1994 in Marokko hinter verschlossenen Türen ausgehan­delt und von keiner Regierung formal ratifiziert. Heute sind die WTO-Bestimmungen Internatio­nales Recht, das über der nationalen Gesetzge­bung steht, obwohl bei ihrer Entstehung sämtliche demokratischen Regeln vernachlässigt wurden. (Quelle: Michel Chossudovsky: Seattle and Be­yond: The Illegality ofthe WTO. www.caq.com)

Selektive Biowaffen dank Human Genome Projekt

Das Human Genome Project will die Gene des Menschen vollständig entschlüsseln. Es unter­steht der amerikanischen Energiebehörde, welche auch das Arsenal der US-Nuklearwaffen kontrol­liert. Mit einem Budget von 50 Millionen US-Dollar könnte man spezielle 'genetische Waffen' entwickeln, lauten aktuelle Schätzungen.

Am 15. November 1998 schrieb die London Times, Israel behaupte, es habe dank Genmani­pulation ein 'ethnisches 'Geschoß' entwickelt, das nur Araber befalle. Und Foreign Report - eine Publikation von Jane's, die sich mit militärischer Sicherheit befaßt - meldete, israelische Wissen­schaftler des hochgeheimen, in der Nähe von Tel Aviv gelegenen Nes Tziyona-Labors für biologi­sche Kriegsführung hätten sich südafrikanischer Forschungsergebnisse bedient, um einen tödlichen Mikroorganismus zu schaffen, der DNA-Sequen­zen befällt, die nur in arabischen Genen auftreten.

Während des Apartheid-Regimes in Südafrika versuchte man bereits in den 80er Jahren, bio­logische Kampfstoffe zu erschaffen, die nur Schwarze befallen. Das israelische Labor in Nes Tziyona ist größer als alle entsprechenden Labors in der arabischen Welt zusammen. Falls Israel tatsächlich solche Biowaffen entwickeln sollte, wäre das Rassismus pur. Als ein israelischer Regierungssprecher 1998 darauf angesprochen wurde, stellte er die Existenz solcher Kampf­stoffe nicht in Abrede.

Naturvölker bekämpfen die Patentierung des Lebens

Die Verträge der Welthandelsorganisation WTO enthalten das Abkommen über die 'Handels­bezogenen Aspekte des geistigen Eigentums­rechts', kurz TRIP's genannt. (Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights), welche den multinationalen Konzernen das Recht auf Patentierung von Lebewesen und Lebenspro­zessen einräumt.

Im Sommer 1999 unterzeichneten Abgeord­nete aller Naturvölker der Welt eine Erklärung, worin eine Änderung des TRIP's-Abkommens verlangt wird. Diese Forderung hätte ein Haupt­thema an der WTO-Ministerkonferenz in Seattle sein sollen, wurde es aber nicht. Besonders kritisiert wird Artikel 27.3b des TRIP's-Abkom­mens, welcher die Rechte auf kulturelles und geistiges Erbe beschneidet und untergräbt, die pflanzlichen, tierischen und genetischen Res­sourcen zerstört und sogar die Lebensweise und Philosophie der Naturvölker diskriminiert. Aus diesem Grund verlangen die Naturvölker, daß weder auf Pflanzen noch auf Tiere oder Lebens­prozesse Patente erteilt werden dürfen, da alles Leben heilig sei und nicht privater Besitzgier geopfert werden könne.

Petkau-Effekt einmal mehr bestätigt

Wann immer hitzig über Grenzwerte diskutiert wird, wollen die Behörden der Bevölkerung weis­machen, daß sehr geringe Dosen an chemischen Giften oder Strahlungswerten - die eben 'unter­halb der gesetzlichen Grenzwerte' liegen - für die Gesundheit unbedenklich seien. Immer wieder wurden diese Behauptungen Lügen gestraft. Studien aus den USA belegen dies erneut. Bereits winzigste Chemikalienrückstände im Trink­wasser oder in den Nahrungsmitteln können das natürliche Hormongleichgewicht im Körper massiv stören. So werden beispielsweise nur schon geringe Spuren von Dioxin, DDT und anderen Chemikalien für neurologische und Immunpro­bleme, Entwicklungsstörungen und Lernschwie­rigkeiten sowie Geburtsfehler und Unfruchtbar­keit verantwortlich gemacht. Gemäß Dr. Pete Myers, Co-Autor von Our Stolen Future (Unsere gestohlene Zukunft), treten diese Schädigungen bereits auf, wenn die gesetzlichen 'Grenzwerte' eingehalten werden.

Nicht von der Industrie gekaufte Wissenschaft­ler weisen seit Jahrzehnten auf die Tatsache des sogenannten Petkau-Effekts hin: Dieses wichtige Naturgesetz besagt nämlich, daß eine geringe Dosis Gift oder Strahlung über lange Zeit viel schädlicher wirkt als eine hohe Dosis über kurze Zeit. Deshalb sind gesetzlich erlaubte, kaum meßbare Langzeitbelastungen so gefährlich.

Jugoslawien in der Hand des IMF

Diese Tage steht Slobodan Milosevic, der ehemalige starke Mann Jugoslawiens, vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal, während sein Heimatland mit Präsident Kostunica in die wohl­meinenden Arme der Demokratie zurückgekehrt ist. Angeblich hatte die unter US-Führung als Befreierin aufgetretene NATO nur das Beste für Jugoslawien im Sinn. Weshalb die CIA dann zuvor Jugoslawien mit verdeckten Operationen innenpolitisch destabilisiert hatte, muß sich jeder selber beantworten.

Nur das Beste will auch die aus jugoslawi­schen Ökonomen bestehende und angeblich un­abhängige Gruppe G-17, welche die Wirtschafts­reform unter Kostunica prägte. In Wahrheit werden diese Wirtschaftsexperten vom Center for Inter­national Private Enterprise (CIPE) mit Sitz in Washington finanziert. CIPE seinerseits geht auf die Stiftung National Endowment for Democracy zurück, die 1983 aus dem Umfeld des amerika­nischen Geheimdienstes CIA gegründet wurde.

Die G-17-Gruppe forderte die neue jugosla­wische Regierung denn auch auf, für den Aufbau einer Marktwirtschaft eng mit dem Internationalen Währungsfond IMF zusammenzuarbeiten. IMF-Forscher Professor Michel Chossudovsky warnt, daß alle anderen Ostblockstaaten, die eine solche Wirtschaftspolitik betrieben haben, in den sozialen und wirtschaftlichen Ruin getrieben wurden und ihre Bevölkerung weiter verarmte.

Schlußgedanken

Soweit einige Auszüge aus dem von der kali­fornischen Sonoma-Universität zusammen­gestellten Jahrbuch 2001 über die wichtigsten Meldungen, die der amerikanischen Zensur zum Opfer gefallen sind. Auf ihrer Internetseite er­ klären die Studenten ihr Engagement für dieses Jahrbuch mit Worten, denen man nur beipflichten kann: „Mit Project censored wollen wir auf ein zentrales Problem hinweisen: Das Versagen der Massenmedien, die Menschen mit allen Infor­mationen zu versorgen, die sie brauchen, um informierte Entscheidungen fällen zu können, die ihr eigenes Leben ebenso betreffen wie die Wahl an der Urne."

ben

Mehr dazu unter: www.projectcensored.org



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