WAZ-Gruppe - Monopolisierung auf dem Balkan
 
Ex-Koordinator Hombach koordiniert nun die Expansion deutscher Medien
 
Monopolisierer des Tages Bodo Hombach

Der Balkan spricht deutsch. Nicht immer expressis verbis, machtpolitisch allemal. Im Kosovo sitzt mit Michael Steiner ein Deutscher auf dem Chefposten der UN-Behörde, bis zum Jahreswechsel knüpfte Ex-Kanzleramtsminister Bodo Hombach mit dem sogenannten Balkanstabilitätspakt seine Fäden, die ausländischen Truppen in Mazedonien werden von der Bundeswehr geführt, und auch in Bosnien-Herzegowina gehört Schwarz-Rot-Gold zu den »lead nations«.

Flächendeckend bis zum Schwarzen Meer hat der milliardenschwere WAZ-Konzern mittlerweile seinen Machtbereich ausgedehnt. Länder wie Polen, Tschechien und Ungarn wurden, bevor sie NATO-Mitglieder wurden, zunächst von westdeutschen Medien entsprechend beeinflußt. Für Rumänien, Bulgarien und das frühere Jugoslawien gilt dasselbe. Der Spiegel berichtet in seiner neuen Ausgabe über den »komischen Kochtopf« aus Essen: Die Westdeutsche Allgemeine Zeitungsverlagsgesellschaft (WAZ-Gruppe) »kauft sich in der Region ein Medienmonopol zusammen«. Treibende Kraft dieses Einheitsbreis ist just der frühere Balkankoordinator Hombach, seit Februar einer der Geschäftsführer der WAZ-Gruppe. »Insgesamt besitzt der Konzern mit rund zwei Milliarden Euro Jahresumsatz heute durch direkte oder indirekte oder verschachtelte Beteiligungen in Südosteuropa 23 Zeitungen, 38 Zeitschriften und zehn Anzeigenblätter«, bilanziert das Hamburger Wochenmagazin. Auf 70 Prozent der kroatischen Zeitungen hält das deutsche Medienhaus mittlerweile ein Quasimonopol. Inzwischen kontrolliere der Essener Mediengigant rund 75 Prozent des bulgarischen Zeitungsmarktes, schreibt der Spiegel weiter. Und so wird Aufklärung in Sofia mittlerweile neu definiert: »Die einst mit politischen Kommentaren und Analysen bestückten Blätter degenerierten unter WAZ-Ägide zu Yellow-Press-Heftchen mit nackten Schönheiten und vulgären Texten.«

Ein besonderer Coup gelang Hombachs Truppe in Serbien. Dort erkaufte sich die WAZ Anfang des Jahres mit der Zeitung Politika de facto die Medienkontrolle im Land. Von soviel Macht konnte Jugoslawiens Ex-Präsident Slobodan Milosevic nur träumen.


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