AEGIS IMPULS 7/2001

Ohne Impfungen

wäre die Diphtherie 25 Jahre früher bedeutungslos geworden

Dr. med. Gerhard Buchwald

Nach Beendigung des Ersten Weltkrieges setzte ein steiler Rückgang der Diphtherie ein und ab 1920 ein jährliches Zurückgehen bis 1925. Hier wurde die Impfung mit Diphtherie-Adsorbat-Impfstoffen eingeführt. Die Zahl der Todesfälle nahm daraufhin zu.

Benötigt eine Tuberkulose von der Ansteckung bis zum Ausbruch unter Umständen drei Monate, kann eine Diphtherie zuweilen schon 24 Stunden nach der Ansteckung zum Ausbruch kommen. Eine einfache Diphtherie ohne jegliche Komplikation kann in wenigen Tagen zur Abheilung kommen. Sie ist eine Infektionskrankheit, welche bei Not, Elend und Hunger sehr deutlich ansteigt, andererseits aber auf Ernährung, hygienisch-zivilisatorische Verbesserungen besonders deutlich zurückgeht. Gab es im Durchschnitt von Anfang des Jahrhunderts bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges in Deutschland pro Jahr zwischen 12'000 und 15'000 Todesfälle, stiegen diese in den Kriegsjahren 1914/18 bis auf fast 20'000 Fälle an. Ab Kriegsende 1918 begann der Rückgang bis auf etwa lO'OOO Fälle pro Jahr. Dies blieb so für lange Jahre. Todesfall-Zahlen über die Zeit des 2. Weltkrieges kann ich Ihnen nicht präsentieren. Entweder funktionierte das Meldesystem nicht oder die Zahlen waren so schrecklich, dass sie nicht veröffentlicht wurden (Bild 1).

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Nach dem 2. Weltkrieg kam es ab der Währungsreform 1948 zu einer rasanten Besserung der Allgemeinlage der Bevölkerung. Dies führte zu einem besonders raschen Rückgang der Diphtherie-Todesfälle. Waren es 1949 noch l'146, so waren es 6 Jahre später nur noch 200. Wenn der Massstab richtig beachtet wird, so zeigt diese Kurve deutlich diesen Rückgang. Er setzte sich Jahr für Jahr fort (Bild 2).

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Von 200 Todesfällen im Jahr 1955 auf unter 10 Fälle im Jahr 1965 - und so ist es bis heute geblieben - und so wird es bleiben! Das waren die Verhältnisse bei den Diphtherie-Todesfällen. Noch interessanter war der Verlauf der Diphtherie-Erkrankungen. Damit sind Fälle gemeint, die zur Ausheilung kamen (Bild 3).

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Es gab nach dem Ersten Weltkrieg -ohne jede Impfung und nur auf Grund der wieder ausreichenden Ernährung sowie einiger hygienisch-zivilisatorisch-tech-nischer Verbesserungen, einen Rückgang von jährlich zunächst etwa lOO'OOO Erkrankungen auf ca. 20'000 Fälle im Jahre 1925. In diesem Jahr wurde mit einem für diese Zeit beträchtlichen Propaganda-Aufwand der pharmazeutischen Industrie die Diphtherie-Impfung eingeführt und zunehmend häufiger angewandt. Wie die Kurve zeigt, trat ein merkwürdiger „Erfolg" ein: Die Erkrankungszahlen stiegen Jahr für Jahr an, um in den Kriegsjahren regelrecht empor zu schnellen.

Die Spitze gab es 1943 bis 1945 mit ca. 250'000 Erkrankungen pro Jahr. Wurde am Anfang des Krieges noch fleissig gegen Diphtherie geimpft, erloschen die Impfungen in der letzten Kriegszeit sowie in den Nachkriegsjahren, um nach der Währungsreform nach Aufnahme der Produktion in den Impfstoff werken wieder aufgenommen zu werden. Von da ab zeigt die Kurve eine Rückgangs-Verlangsamung bis zu einer neuen, abgeflachten Richtung. Das heisst, die Rückgänge wurden noch langsamer. Die neue Richtung hielt viele Jahre an, bis die Massenimpfungen von 1970 bis 1980 eine Unruhe im Kurvenverlauf hervorriefen.

Von 1970 bis 1985 ist wieder eine fast gleichbleibende Richtung zu erkennen, deren Verlauf wiederum abgeflachter gegenüber der vorherigen Richtung war. Ab 1985 ist die Diphtherie bedeutungslos geworden. Die Kurve lässt vermuten, dass wir ohne Impfung den 1985 erreichten Zustand wahrscheinlich 25 Jahre früher erreicht hätten (Bild 4).

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Beachten Sie in der nachfolgenden letzten Kurve (Bild 5) den Massstab auf der Senkrechten. Er erstreckt sich von der Zahl „5" bis zur Zahl „40". 1976 gab es nochmals 83 Diphtherie-Erkrankungen. Unschwer lassen sich hier die Krankheitswellen erkennen. Diese Wellenspitzen waren die Jahre 1977, 1983 und 1993. Die Wellen stellen natürliche Infektionsabläufe dar, die mit einer „Wiederkehr" oder mit einem „Wiederanstieg" der Diphtherie nichts zu tun haben.

In Amerika waren die Impfstoffhersteller für Impfschäden haftbar gemacht worden. Da in Amerika der Wert der menschlichen Gesundheit wesentlich höher veranschlagt wird als in Deutschland, gingen die Entschädigungsleistungen, zu denen die Impfstoffhersteller verurteilt wurden, meist in die Millionen Dollar. Dies führte dazu, dass kleinere Impfstoffhersteller in Konkurs gingen oder die Produktion einstellten. Die grossen Firmen schlugen die Entschädigungskosten meist auf den Verkaufspreis ihrer Erzeugnisse, so dass diese in Amerika immer teurer wurden. Die Firma SmithKline Beecham verlegte ihre Aktivitäten deshalb nach Deutschland, denn hier werden die Entschädigungen für die Impfopfer von der Allgemeinheit getragen. Bei den Propagandaveranstaltungen begründete diese Firma die Notwendigkeit der Diphtherie-Impfung in Deutschland damit, dass gerade hier eine

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Diphtherie-Epidemie mit Todesfällen aufgetreten sei. Ausserdem habe es auch in Schweden Diphtherieepidemien gegeben. Wenn man dieser Behauptung nachgeht, stellt sich heraus, dass in Deutschland im Februar 1989 bei einem einjährigen unge-impften Kind die Diagnose Diphtherie gestellt worden war. Das Kind ist wenige Tage später verstorben. Die Einzelheiten wurden vom Gesundheitsamt Reutlingen im Deutschen Ärzteblatt unter der Überschrift: „Diphtheriausbruch in Reutlingen" berichtet. Mehrfach wird in diesem Bericht erwähnt, dass dieses Kind aus einer „Gemeinschaftseinrichtung" stammt -nirgendwo aber ist erklärt, was unter einer „Gemeinschaftseinrichtung" zu verstehen ist. Sieht man sich die Originalarbeit über den Diphtherieausbruch in Schweden an, so lautet die Überschrift (ins Deutsche übersetzt): „Diphtherieausbruch unter schwedischen Alkoholikern". In beiden Fällen kann von Randgruppen unserer Gesellschaft gesprochen werden. Bei dem Kind in Reutlingen handelt es sich nicht um ein wohlbehütetes, von seinen Eltern geliebtes und im Fami-lienverband aufgewachsenes Kleinkind, sondern um ein Kind aus einer „Gemeinschaftseinrichtung". Die schwedischen Diphtheriefälle stammen aus dem Alkoholikermilieu. Diese beiden Tatsachen, denen meines Erachtens eine entscheidende Bedeutung zukommt, sind in den Einführungsvorträgen der Impfpropagandisten der Firma SmithKline Beecham wohlweislich nicht erwähnt worden.

Anschrift des Verfassers: Dr. tned. Gerhard Buchwald Am Wolfsbühl 28 D 95128 Bad Stehen




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